Bockleiter richtig bauen

Immer das Gleiche und dennoch neu?

Unterricht ist ja nicht immer nur dazu da etwas Neues zu lernen, sondern auch dafür, Defizite aufzudecken und Missverständnisse auszuräumen.

So kam es beim Thema „Leinen, Knoten und Stiche“ dazu, dass Knoten auch praktische Anwendung finden sollten.

Beim Bau einer Bockleiter aus zwei Steckleiterteilen wurde diese dann im oberen Bereich (wo sich die Leiterteile kreuzen) so eingebunden, dass der Masturf vertikal verlief.
Der Einwand, dass diese Art des Einbindens falsch sei, wurde mit „so ist richtig, so haben wir das schon immer gemacht“ versucht zu entkräften.

Nichts spricht dagegen, dass dies früher wirklich mal so gelehrt und von den Kameraden auch immer so ausgeführt wurde, trotzdem ist es falsch.
Leider werden falsche Sachen nicht dadurch richtig, dass man sie immer wieder falsch macht. So auch in diesem Falle. Das Einbinden mit einem vertikalen Mastwurf widerspricht sogar der FwDV 1.

Prinzipiell sei bemerkt, dass ein vertikales Einbinden gar nicht richtig sein kann.

Bild 1

Bild 2

Stellt man die Leiterteile so auf, dass sich der Kreuzungspunkt vor dem Einbinden in Brusthöhe befindet und bindet dann den Mastwurf vertikal, wird dieser beim Aufrichten der Leiter zwar straffer, aber die Leiterteile bilden oben und unten einen immer spitzer werdenden Winkel und somit eine Art Schere. Dadurch wird die Leine, wie aus den Bildern 1 und 2 gut ersichtlich ist, eingeklemmt und förmlich eingeschnitten, was nicht gut sein kann.
Kommt man dann noch in den Bereich der Steckkästen, wird es noch enger für die Leine…

Beim Bau einer Bockleiter aus zwei Steckleiterteilen wird der Mastwurf immer horizontal um den Kreuzungspunkt gebunden. Dazu werden die Leiterteile rechtwinklig so ineinander gesteckt, dass die inneren Steckkästen des auf dem Kopf stehenden Leiterteils (B-Teil) in Höhe der zweitoberen Sprosse des anderen Leiterteils anliegen (Bild 3).
Anschließend wird der Mastwurf horizontal um den Kreuzungspunkt gelegt (Bild 4).

Bild 4

Bild 3

Aus Gründen der Sicherheit ist darauf zu achten, dass eine Windung über, die andere Windung unter der Sprosse verläuft (Bild 5). Anschließend wird die Leiter aufgerichtet. Zum Sichern gegen Auseinanderrutschen werden beide Leiterteile im unteren Bereich mit einer Leine gesichert.

So aufgebaut können die Leiterteile nicht verrutschen, da sich das auf dem Kopf stehende Leiterteil auf dem anderem bei Belasung immer stärker verklemmt und das andere auf den Steckkästen des auf dem Kopf stehenden Teils aufliegt (Bild 5).

Bild 5

Durch das Einbinden der Sprosse des richtig herum stehenden Leiterteils kann der Knoten auf diesem Leiterteil auch nicht verrutschen.