Wie funktionert eine Freiwillige Feuerwehr

In Deutschland sind etwa 94% der Feuerwehrleute ehrenamtlich tätig [1]. Sie haben also einen ganz normalen Beruf und helfen in ihrer „Freizeit“ anderen Menschen.

In Schönwalde-Siedlung gibt es ca. 30 freiwillige, aktive Kameraden, die bei einem Alarm so schnell wie möglich versuchen zum Ort des Geschehens zu kommen. Aber wie genau funktioniert das?

Die Alarmierung

Jeder Feuerwehrmann erhält nach seinem Eintritt in den aktiven Dienst einen digitalen (Funk-)Meldeempfänger (DME). Wie der Name schon sagt, empfängt dieses Gerät über Funk Meldungen. Im Fall der Feuerwehr kommen die Meldungen direkt von der zuständigen Regionalleitstelle – in unserem Falle Potsdam.

Einem Alarm meldet der DME durch Vibraton und aufleuchtendem Display. Des Weiteren wird ein akustisches Signal ausgegeben. Auf dem Display erscheint eine Alarmmeldung mit dem entsprechenden Alarmstichwort und der Anschrift des Einsatzortes.

Je nach Art und Umfang der Programmierung kann auch mehr oder weniger Text auf dem Display angezeigt werden.

Ab diesem Moment ist der Freiwillige Feuerwehrmann „im Einsatz“ und auch entsprechend über die Feuerwehr-Unfallkasse versichert. Die auf diese Weise alarmierten Kräfte begeben sich nun auf dem schnellsten (aber dennoch sicheren) Weg zum Gerätehaus.

Am Gerätehaus angekommen ziehen sich die Kameraden ihre Einsatzkleidung an (Einsatzhose und -jacke, Stiefel, Helm und Handschuhe). Je nachdem welches Einsatzstichwort gemeldet wurde, werden entsprechende taktische Einheiten (Kombination aus Fahrzeug und Mannschaft) zusammengestellt.

Für den Fall eines Brandes wird bei der Feuerwehr Schönwalde-Siedlung als erstes Fahrzeug das TLF 16/25 mit Maschinist, Staffelführer und vier Atemschutz-Geräteträgern besetzt. Gleichzeitig werden, wenn nötig, entsprechend der Alarm- und Ausrückeordnung noch andere Wehren im Umkreis mitalarmiert.
Sind ausreichend eigene Kräfte vorhanden, wird zusätzlich das LF 16/12 als zweites Fahrzeug besetzt.

Bei einem Verkehrsunfall oder einem anderem Hilfeleistungsstichwort wird als erstes Fahrzeug das LF 16/12 besetzt, da sich auf diesem diverses Gerät zur technischen Hilfeleistung befindet..

Sollten einmal nicht genügend (oder keine) Kräfte am Gerätehaus angekommen sein, kann die Leitstelle nach einigen Minuten Kräfte aus umliegenden Ortschaften nachalarmieren.

Gerade tagsüber stehen deutlich weniger Einsatskräfte zur Verfügung, da sich viele Kameraden außerhalb der Gemeinde aufhalten. Aus diesem Grund sind besonders Schichtarbeiter gern bei uns gesehen, da diese auch zu „sonst unüblichen Zeiten“ zu Hause sind.

Aus- und Weiterbildung

Etwas überspitz formuliert, sind in Deutschland also über 90% der Feuerwehrleute „Hilfskräfte“, die ohne „Berufsausbildung“ arbeiten. Aber stimmt das denn? Ganz klar nein!

Natürlich ist ein „Neuling“ bei der Feuerwehr ohne „Ausbildung“. Jedoch wird ihm diese im Dienst und bei Ausbildungen vermittelt.

Die Grundausbildung in der Feiwilligen Feuerwehr heist „Truppmannausbildung Teil 1“. Diese Grundausbildung umfasst 70 Stunden und soll zur Übernahme von grundlegenden Tätigkeiten im Lösch- und Hilfeleistungseinsatz in Truppmannfunktion befähigen.

Im Anschluss folgen bei entsprechender Eignung der Lehrgang „Atemschutzgeräteträger“ (25 Stunden) und der „Sprechfunker“ (16 Stunden). Die erworbenen Kenntnisse werden dann in der „Truppmannausbildung Teil 2“ am Standort im Brand- und Hilfeleistungseinsatz angewendet. Dieser zweite Teil umfasst mindestens 80 Stunden Ausbildung innerhalb von zwei Jahren. Darüber hinaus werden standortbezogene Kenntnisse vermittelt.

Alles in allem umfasst diese „Grundausbildung“ also mindestens 191 Stunden. Das sind ca. 24 Samstage á 8 Stunden!

Hinzu kommt die ständige Aus- und Weiterbildung an den Übungsabenden. Somit dürfen sie beruhigt davon ausgehen, dass die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr sehr gut wissen, was sie zu tun haben wenn’s drauf ankommt.